Genussvoller Besuch in der Geschichte

Ein Spaziergang durch die Beilngrieser Altstadt bringt Geschichte und Geschichten zusammen: Mittelalter, Rokoko und Barock, kulturelle Überraschungen hinter ehrwürdigen Mauern und außergewöhnliche Türme warten auf die Besucher.

Die mittelalterlichen Stadttürme fügen sich in einem Rund um die Altstadt von Beilngries. Sie gehören zur einstigen Stadtmauer, von der heute noch einige Teile erhalten sind. Die Türme selbst wurden ab 1407 erbaut - ursprünglich waren es fünfzehn, neun haben die Zeit überdauert. Sie waren ein wichtiger Bestandteil des mittelalterlichen Lebens: Im Badturm etwa wohnte die Hebamme der Stadt, im Seelennonnenturm die Totenfrau, und im Bettelvogtturm lebte der Mann, der auf die Bettler der Stadt ein wachsames Auge hatte.

Im Inneren des Kreises, den die Türme beschreiben, ist die Stadtpfarrkirche St. Walburga mit ihren buntglasierten Turmhelmen auffälliger Mittelpunkt. Gleich gegenüber: das barocke Rathaus, erbaut vom berühmten Baumeister Gabriel de Gabrieli im Auftrag der Eichstätter Fürstbischöfe. Den Fürstbischöfen verdankt Beilngries noch einige weitere Schmuckstücke: in der Altstadt etwa den mächtige Getreidekasten, in dem heute das Haus des Gastes untergebracht ist, oder über der Stadt das imposant-prächtige Schloss Hirschberg, das die Diözese Eichstätt nun als Bildungshaus nutzt.

In der Altstadt führt der Weg noch zu zwei weiteren kirchlichen Bauten: Die Frauenkirche, ganz dem Rokoko verschrieben, ist der bedeutendste Sakralbau in Beilngries. Nur wenige Meter davon entfernt wartet im ehemaligen Franziskanerkloster die historische Sammlung des Beilngrieser Spielzeugmuseums.

Natürlich zeigten auch die Beilngrieser Bürger mit ihren Häusern Selbstbewusstein. Das Kaiserbeckhaus mit seiner reichen Giebelgliederung etwa stammt aus der Gotik, während der Gasthof "Der Millipp" ein typisches Haus aus der Wende des 16. zum 17. Jahrhundert darstellt - jedes Stockwerk ragt für sich weiter hervor.

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