Ersatzmaßnahmen im Ottmaringer Moor

Ottmaringer Moor - Luftbildaufnahme

Durch den Bau des Main-Donau-Kanals im Ottmaringer Moor sind wertvolle Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten verloren gegangen.

Nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz müssen Eingriffe in Natur und Landschaft vermieden oder kompensiert werden.

Nachdem Vermeidungsmaßnahmen wie der Einbau einer Dichtwand zwischen Main-Donau-Kanal und Ottmaringer Moor nicht gegriffen haben, waren Ersatzmaßnahmen notwendig, um die verloren gegangenen Feuchtlebensräume zu kompensieren.

Das Projekt „Kompensation Ottmaringer Moor“ startete im Jahr 2001, um Lebensraumtypen, die durch den Eingriff besonders betroffen waren, zu entwickeln und neu zu schaffen. Im Fokus standen deshalb Biotope und Artengemeinschaften, die an feuchte Standorte gebunden sind: Feuchtgrünland, Röhrichte, nasse Hochstaudenfluren, Seggenbestände, Fließgewässer-, Schwimmblatt- und Laichblattgesellschaften.
Wir bitten Sie, diese Lebensräume zu respektieren.

Radrundweg Spurensuche

Ottmaringer Moor - Übersichtskarte

Beilngries - Kottingwörth - Töging - Ottmaring - Beilngries

Start:                            Beilngries
Streckenlänge:            ca. 18,5 km
Info-Stationen:           6
Wegbeschaffenheit:   überwiegend befestigte Wirtschaftswege
Steigung:                      nahezu steigungsfrei

Durch den Bau des Main-Donau-Kanals entstand ein folgenschwerer Verlust für die Tier- und Pflanzenwelt. In den letzten Jahren wurde versucht, den Eingriff in den Lebensraum Ottmaringer Moor zu kom­pensieren. Die „Spuren“ des Eingriffs als auch der Ersatzmaßnahmen sind im Ottmaringer Tal und im Altmühltal deutlich zu erkennen.

Der Radweg führt am Eingriffsort und den Ersatzflächen entlang.

Auf dieser Spurensuche können Sie sich selbst ein Bild davon machen, ob der Eingriff in Natur und Landschaft ausreichend ausgeglichen werden konnte.

Paula hilft bei dieser Spurensuche. Zu Wort kommen Bekassine, Eisvogel, Nase und andere Tierarten.

Broschüre Radrundweg Spurensuche

Hier geht's zum Download (4,0 MB)

Das Ottmaringer Moor vor dem Bau des Main-Donau-Kanals

Ottmaringer Moor - Querschnitt

Das Moor hat sich in der sehr flachen Senke des Ottmaringer Tales entwickelt. Die wasserstauenden, tonigen Böden des Opalinustones ließen Niederschlags- und Hangwasser nicht versickern: In den stark vernässten Bereichen entwickelte sich ein Moorkörper. Durch extensive landwirtschaftliche Nutzung entstand ein Feuchtwiesenkomplex mit Niedermoorvegetation, nassen Hochstauden und Röhrichtbeständen. Seltene Pflanzen- und Tierarten, die „nasse Füße” ertragen können, stellten sich ein, z. B. Sumpfschwertlilie, Breitblättriges Knabenkraut u. a. Die offenen, niedrigwüchsigen Wiesen und Hochstaudenbestände waren Lebensraum für Wiesenbrüterarten wie Bekassine und Braunkehlchen.

Zerstörung durch den Bau des Main-Donau-Kanals

Ottmaringer Moor - Querschnitt nach dem Bau

Durch den Bau des Main-Donau-Kanals senkte sich der Grundwasserspiegel im Bereich des Ottmaringer Moores ab, da der Kanal die Tonschicht durchschnitten hat und sein Wasserspiegel unterhalb der Torfschicht liegt. Der Einschnitt des Kanals wirkt wie eine Dränage. Mit dem aufwendigen Einbau einer Dichtwand sollte dies verhindert werden, die Maßnahme schlug jedoch fehl. Durch die Entwässerung des Torfkörpers entstanden Risse und die moortypischen Lebensbedingungen im Ottmaringer Moor wurden unwiederbringlich zerstört. Gegenüber dem Ausgangszustand hat sich das Ottmaringer Moor massiv verändert. Mit dem Trockenfallen und der Mineralisation der Moorböden verschwanden in den Wiesen seltene Niedermoorarten wie Natternzunge und Braunes Zyperngras. Gravierende Auswirkungen hatte der sich verändernde Wasserhaushalt auch auf typische Vogelarten (Bekassinen, Braunkehlchen) und Amphibien (Grasfrosch).

Kompensation für die Zerstörung des Ottmaringer Moores

Der Verlust der Lebensraumes Ottmaringer Moor musste daher ausgeglichen werden. Da ein Torfkörper auch an anderer Stelle nicht mehr wiederherzustellen ist, wurden als Kompensation Feucht- und Nasslebensräume geschaffen:

  • im Altmühltal zwischen Beilngries und Kottingwörth, ca. 30 ha zusammenhängende Feuchtflächen
  • in der Stadt Beilngries mit einem Beitrag zur Sulzrenaturierung.